Eller. Eigentlich hätten sich die Anwohner in Eller freuen können. „Den Elleranern geht es viel zu gut“, sagte ihnen NRW-Bauminister Lutz Lienenkämper bei einer Diskussionsrunde der Werbegemeinschaft Eller im Pfarrsaal St. Gertrud.
Allerdings bedeutet dieses positive Fazit auch, dass Eller nicht wie einst Flingern-Süd und Oberbilk als „Stadtteil mit besonderem Erneuerungsbedarf“ anerkannt wird. Und somit bekommt es auch kein Geld aus diesem Landestopf.
Doch die Kaufleute hoffen dringend auf Hilfen für die Stadtentwicklung an der Gumbertstraße, die Anlieger für Flüsterasphalt auf der Bernburger Straße. Dabei weiß auch der Sprecher der Werbegemeinschaft, Jürgen Hagendorn, dass Ellers Einkaufszentrum inzwischen alles andere als marode ist: „Der Einzelhandel wird gut angenommen“, bilanzierte er bei der Veranstaltung.
„Der tägliche Markt auf dem Gertrudisplatz ist beliebt. Die Kunden sind sehr zufrieden, die Branchenvielfalt ist ausgewogen, die Leerstände gehen zurück, die Nahversorgung gilt als ideal und der Umsatz ist in den letzten Jahren gestiegen.“
Das hatte Hagendorn sogar schriftlich: Er legte zur Diskussionsrunde eine druckfrische Studie auf den Tisch, welche die Elleraner gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) angefertigt hatten und die die positive Entwicklung belegt.
Privates Engagement von Bürgern honoriert das Land mit Zuschüssen
Dennoch hatte der Minister ein Trostpflaster parat. Es gibt einen Haushaltstitel für Werbegemeinschaften. Den kann auch Eller anzapfen. Für Investitionen, die von privater Seite getätigt werden, steuert das Ministerium den gleichen Betrag bei. Eine Obergrenze gebe es nicht.
Nun sind die 74 Mitglieder der Werbegemeinschaft Eller gefragt. Sprecher Jürgen Hagendorn überlegt schon, ob man neue Konzepte für den Gertrudisplatz ausarbeiten soll. Denn die verkehrsberuhigte Zone, so glaubt er, schrecke die Pendler eher ab, so dass sie einen großen Bogen um die Einkaufszone in Eller machen.





