0 0
stellen
auto
immobilien
marktplatz
tiere
reisen
inserieren
LokalesDüsseldorfAktuelles
28. Mai 2010 - 18:54 Uhr
Tierversuche an der Uni: Nachfragen nicht erwünscht
von Frauke Konzak
mit einem Kommentar von Frauke Konzak
Auch in Düsseldorf gibt es Tierversuche – an der Heine-Uni sind es in jedem Jahr um die 60. Offen umgegangen wird damit nicht.
 
 

Düsseldorf. Forschungsfreiheit oder Tierquälerei? Seit Freitag beschäftigt sich das Bremer Verwaltungsgericht mit der Frage, ob Versuche an Affen im Namen der Wissenschaft erlaubt sind. Die Gesundheitsbehörde der Hansestadt will sie aus Tierschutz-Gründen stoppen. Die Uni pocht auf ihre Freiheit. Ein Präzedenzfall möglicherweise auch für Düsseldorf.

Auch hier wird an Tieren geforscht. Offen kommuniziert wird das allerdings kaum. Bei der Heinrich-Heine-Universität, die auf ihrem Gelände eine Tierforschungsanstalt (TVA) betreibt, gibt man sich auf Nachfrage zugeknöpft. Entsprechende Fragen der WZ wurden zunächst gar nicht, und dann nach Wochen schriftlich beantwortet.

Umfrage
Sind Tierversuche moralisch vertretbar?

An wie vielen Tieren geforscht wird, verschweigt die Uni

Ungefähr 60 Versuche an Tieren wurden demnach im vergangenen Jahr an der Heine-Uni durchgeführt. 99 Prozent der Tiere sind Ratten und Mäuse. Über das restliche Prozent will sich die Uni-Leitung nicht äußern. Wie viele Tiere gehalten werden, ist nicht in Erfahrung zu bringen. Immerhin: 22 Tierpfleger, vier Tierärzte und eine Biologin sind dort beschäftigt. Als der heutige Campus gebaut wurde, war von Anfang an eine Tierversuchsanlage gedacht. Die derzeitige TVA ist seit 1979/80 in Betrieb.

„Die Universitätsstädte sind die Hauptstandorte für Tierversuche“, erklärt Eberhard Jacobs, Sprecher des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv). Das Amt genehmigt Tierversuche. „Ein Antrag mit dem genauen Vorhaben, Ziel und Zeitangabe wird bei uns eingereicht. Eine Ethikkommission aus Wissenschaftlern und Tierschützern entscheidet darüber“, sagt Jacobs.

Die Vereinigung „Ärzte gegen Tierversuche“ dokumentiert ebendiese im Internet. Von ihnen kommt ein Beispiel aus Düsseldorf.
2009 wurden demnach sechs Hunde in der TVA zu Versuchszwecken getötet: Ihnen wurden unter Betäubung Teile aus den Kiefern gesägt und diese mit verschiedenen Materialien wieder aufgefüllt, Zähne gezogen, Implantate eingesetzt und Entzündungen hervorgerufen. Nach einigen Monaten wurden die Hunde getötet und die Kiefer untersucht. Der Versuch wurde in der Zeitschrift „International Journal of Oral Maxillofacial Implants“ veröffentlicht, einer der Autoren ist TVA-Leiter Martin Sager.

Ob die Zahl der Versuche in den vergangenen Jahren zugenommen habe, ist von der Uni nicht in Erfahrung zu bringen. „Das Meldewesen habe sich in den letzten Jahren geändert“, heißt es. Alternativen zu diesen Versuchen seien nicht möglich: „Sie werden für jedes wissenschaftliche Projekt erwogen. Ausdrücklich ist in jedem Antrag darzulegen, welche Alternativen erwogen wurden.“

Alternativen, die Tierschützer durchaus sehen. Immer wieder demonstrieren Studenten gegen die TVA, beispielsweise mit Pfotenabdrücken, die mit roter Farbe auf den Boden gemalt wurden. Einer der wenigen Hinweise auf die Anlage. Von außen ist nicht zu erkennen, was in Gebäude 22.22 vor sich geht. „Studenten erhalten keinerlei Informationen, wenn wir nachhaken. Nichts“, klagt Beret Roots vom Ökologie-Referat des Astas.

Dass sich die Universitätsleitung gegenüber den Studenten bedeckt hält, ist laut Veterinärmedizinerin Corina Gericke von „Ärzte gegen Tierversuche“, kein Einzelfall: „Es ist üblich, dass aus den Tierversuchslaboren wenig nach außen dringt.“ Die Vereinigung dokumentiert Tierversuche – und hat in Düsseldorf Forschung an Hunden belegt.

Auch anderswo in Düsseldorf wird mit und an Tieren geforscht

Versuche an und mit Tieren gibt es auch anderswo. Beispiel Henkel: Ein Forschungsschwerpunkt ist die Suche nach Alternativen zu Tierversuchen. Diese werden bei Henkel nach eigenen Angaben nur dann eingesetzt und in Auftrag gegeben, wenn rechtliche Bestimmungen dies vorgeben und keine alternativen Prüfmethoden existieren.

Kommentar
Tierversuche gehören auf den Prüfstand
Frauke Konzak

Sind Tiervesuche moralisch vertretbar? Tiere empfinden genau wie Menschen Schmerzen. Die Verschleierungspolitik der Universität – auf der Internetseite der HHU zum Beispiel findet man keine Informationen zur Tierversuchsanlage – verhindert, dass sich aufgeklärte Menschen ein klares Bild darüber machen können. Diskussionen über dieses Thema sind oft lang und heftig, die Positionen... mehr  

Falls ein Tierversuch erforderlich ist, wird nach dem „3-R-Prinzip“ vorgegangen („Refine“, „Reduce“, „Replace“). „Refine“ heißt, Versuche so zu optimieren, dass die Tiere möglichst wenig belastet werden. Bei „Reduce“ geht es darum, die Anzahl der Versuchstiere zu vermindern. „Replacement“ bedeutet die Entwicklung und Anwendung von alternativen Methoden, die Tierversuche überflüssig machen.


Social-Bookmark setzen
del.icio.us Mister Wong YiGG Webnews Linkarena
 
 
Umfrage
Wie soll der Bedarf der Seniorenheime an zusätzlichen Pflegern gedeckt werden?
Die Stadt und die Betreiber der Pflegeeinrichtungen müssen verstärkt Werbung für den Beruf machen.
Die Betreiber müssen die Arbeitsbedingungen für Altenpfleger verbessern.

 Kommentare lesen
Umfrage
Was soll die Stadt zur Bekämpfung der Glücksspielsucht tun?
Die Stadt tut genug. Jetzt ist die Politik auf Bundesebene gefragt.
Die Stadt soll mehr Gelder für die Beratungsangebote zur Verfügung stellen.
Die Kontrollen von Spielhallen und Gaststätten mit Spielautomaten müssen verstärkt werden.

 Kommentare lesen
Fotogalerie
Nach über 16 Monaten hat die Fortuna wieder ein Heimspiel verloren: die Truppe von Trainer Norbert Meier musste sich Bundesliga-Absteiger Hertha BSC Berlin mit 1:2 geschlagen geben.  mehr...
IHRE WZ NEWSLINE DIENSTE
Umfrage
Sollen am Rheinufer in der Altstadt Fahrradboxen aufgestellt werden?
Ja. Dann wären die Räder vor Diebstahl sicher.
Nein. Dafür gibt es keinen Bedarf.

 Kommentare lesen
Umfrage
Wie sind Ihre Erfahrungen mit Ausfällen bei der Rheinbahn?
Das erlebe ich oft.
Das kommt nur selten vor.

 Kommentare lesen
Fotogalerie
Beim 32. Schloss Benrath Musikfestival kamen trotz kühlerer Temperaturen über 8.000 Fans klassischer Musik in den Benrather Schlosspark, um beim alljährlichen Musikfestival nicht nur die Ohren, sondern auch die Augen zu verwöhnen.  mehr...
Fotogalerie
Mit einem zweitägigen Programm hat die Düsseldorfer EG die neue Saison eröffnet. Gekrönt wurden die Festivitäten mit einem Freunschaftsspiel gegen die Kölner Haie.  mehr...
Fotogalerie
Im Düsseldorfer Medienhafen ist am Samstag das Hafenfest gefeiert worden.  mehr...
Fotogalerie
Ein Lastwagen mit Toilettenhäuschen auf der Ladefläche ist am Freitag an der Brehmstraße eingebrochen.  mehr...
Fotogalerie
Reit-Katastrophe im Emsland: 100 Pferde sind bei einem nächtlichen Fackel-Ausritt durchgegangen und haben 44 Kinder und Jugendliche zum Teil schwer verletzt, ein Mädchen aus Düsseldorf schwebte zeitweise in Lebensgefahr.  mehr...
Umfrage
Soll die Stadt am Rasen für den Kö-Graben festhalten?

52,5%

Ja, die Kö steht für ganz Düsseldorf.
47,5%

Nein, das ist alles viel zu teuer.
Stimmen Total: 120


 Kommentare lesen
Umfrage
Haben Sie schon Erfahrungen mit dem Nachtexpress gemacht?
Ja, bisher nur gute.
Ja, aber die Ausschilderung ist nicht so doll.
Nein.

 Kommentare lesen
Umfrage
Cheerleader in Düsseldorfer Stadien - passt das?
Ja, dafür gibt es zahllose Beispiele.
Nein, es ist komplett überflüssig.

 Kommentare lesen
Umfrage
Die U79 soll nur alle 20 Minuten fahren. Ist das ausreichend?

85,3%

Nein, die Uni ist dafür ein zu wichtiges Verkehrsziel.
14,7%

Ja, der Takt ist völlig ausreichend.
Stimmen Total: 211


 Kommentare lesen
Fotogalerie
Zum 13. Mal fand am Wochenende das Schadowstraßen-Fest statt - die umsatzstärkste europäische Einkaufsstraße zeigte sich mit Bühnenshows und Kinderfest von ihrer besten Seite.  mehr...
Fotogalerie
Unter der Rheinkniebrückje startete am Samstag das Olympic Adventure Camp, bei dem nicht nur Kinder sich so richtig austoben können.  mehr...
Fotogalerie
Die Fortuna-Fans hoffen auf eine ähnlich erfolgreiche Zweitliga-Saison wie die vergangene. Der aktuelle Kader der Fortuna im Überblick.  mehr...
Düsseldorf. Die Flingeraner und Düsseltaler dürfen sich freuen. Am Mittwoch um 11 Uhr öffnet ihre frisch renovierte Stadtteilbücherei an der Hoffeldstraße. Neue Möbel, neuer Boden, neuer Anstrich – es ist plötzlich viel heller auf den beiden Etagen geworden. 375.000 Euro hat die Stadt in den vergangenen Wochen in...  mehr...
Weltweit. Normalerweise berichtet René Schleucher als stellvertretender Leiter der Lokalredaktion Düsseldorf der Westdeutschen Zeitung aus der Landeshauptstadt. Nun hat er für eine Jahr lang seinen Schreibtisch verlassen und reist einmal um die Welt. "Warum? Weil ich es kann!", erklärt er in seinem Internetblog "Tomarse la libertad". Darin beschreibt er auch laufend...  mehr...
Fotogalerie
Die Fortuna ist in die Vorbereitung für die Saison 2010/11 eingestiegen - einige Gesichter sind neu, andere dafür nicht mehr dabei.  mehr...
Fotogalerie
Zum ersten Mal durfte die Öffentlichkeit in die Unterwelt und in den Tunnel der künftigen Wehrhahnlinie abtauchen.  mehr...
Düsseldorf. Heine verspottet den Ruhmestempel Walhalla, der Düsseldorfer Heine-Kreis ärgert sich über die Stadt, und die Bayern amüsieren sich über die Preußen – der Einzug des Dichters Heinrich Heines in die Walhalla in Donaustauf ist eine Geschichte mit vielen Facetten und darum regionalen wie überregionalen Medien mal mehr...  mehr...
1. Auf der anderen Seite sitzt immer ein Mensch. Beleidigende, rufschädigende und bloßstellende Beiträge werden entfernt. Das heißt: Kommentare werden gelöscht, wenn sie andere etwa wegen ihres Geschlechts, ihres Alters, ihrer Sprache, ihrer Abstammung, ihrer religiösen Zugehörigkeit oder ihrer Weltanschauung diskriminieren oder ihnen beruflich schaden können.  2. Die allgemeinen Gesetze und...  mehr...