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LokalesKrefeldAktuelles
24. Oktober 2008 - 20:45 Uhr
Ausgebüxt: Sind Kindergärten sicher?
von Daniel Gonzales
Drei ausgebüxte Knirpse einer Bockumer Einrichtung haben eine Diskussion ausgelöst.
 
 

Krefeld. Die Gelegenheit scheint für Jannik, Marie und Marvin (Namen geändert) günstig. Als sich an diesem Morgen zum wiederholten Mal die Türe im Kindergarten St. Gertrudis an der Buschstraße öffnet, stoppt das Trio die zufallende Türe und huscht hinaus in die Freiheit. Fast eine Stunde lang laufen die drei Vier- beziehungsweise Fünfjährigen im Zickzack durch Bockum – unbemerkt.

Der Vorfall, der bereits etwas zurück liegt, hat stadtweit eine Diskussion um die Sicherheit in Kindergärten ausgelöst. Eltern fragen sich: Reichen die Vorkehrungen an den Türen der Einrichtungen aus, um ein Ausbüxen der Sprösslinge zu verhindern?

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Sind Ihnen auch Sicherheitsmängel in Kindergärten bekannt?

„Völlig auszuschließen sind solche Vorfälle leider nicht“, heißt es von der Leitung des betroffenen Kindergartens in Bockum, wo man mit dem Thema offen umgeht. Viele Kindergärten haben spezielle Türsicherheitssysteme, die es Kindern unmöglich machen, ohne Hilfe von Erwachsenen den Kindergarten zu verlassen.

Ein weiteres Problem: Die Personaldecke in den meisten Kitas ist dünn, die Erzieherinnen können – gerade bei offenen pädagogischen Konzepten – nicht immer wissen, wo jedes Kind gerade ist. Das neue Kinderbetreuungsgesetz Kibiz hat die Betreuungssituation in vielen Fällen noch verschärft.

Auf fünf Gruppen sind die 120 Kinder im Kindergarten an der Buschstraße 313 verteilt. Neben den Regulärgruppen gibt es die Spielgruppe „Regenbogenmäuse“ für Kinder ab zwei Jahren, die von Montag bis Mittwoch jeweils morgens von 9 bis 12 Uhr im Hause ist.

Der Ausflug der Kinder in Bockum ist glimpflich ausgegangen. Ein aufmerksamer Passant wird an der Berliner Straße auf die Kinder aufmerksam, informiert die Kindergartenleitung, die ihre Schützlinge erleichtert in Empfang nimmt.

Mehrere unglückliche Umstände seien zusammen gekommen, meinen die zwölf Erzieherinnen: An besagtem Morgen hätte es in einer Spielgruppe um zehn Uhr ein Elternfrühstück gegeben, bei dem die Mütter und Väter tröpfchenweise eingetrudelt seien. Da der Betrieb in den anderen vier Gruppen normal weiter lief, blieb nicht die Zeit, die Türe permanent zu beobachten und die Erzieherinnen vertrauten auf die Fürsorge der Eltern.

„Solch ein Vorfall ist nicht zu tolerieren. Er kann, darf aber nicht passieren“, sagt Karlheinz Alders, der als Pastor von St. Gertrudis auch für den Kindergarten an der Buschstraße verantwortlich ist. Er hat nach dem Vorfall sofort gehandelt: Die Tür des Kindergartens hat einen zusätzlichen Sicherheitsgriff bekommen, so dass sie nur noch Erwachsene öffnen können.

Bockumer Fall sensibilisiert Erzieher in anderen Kitas

Den Erzieherinnen hat der Pastor klar gemacht, dass sie noch intensiver die Augen offenzuhalten hätten. „Ich hoffe, dass andere Kindergärten daraus lernen“, meint Alders, der aber weiß, dass inzwischen viele Kindergärten in der Stadt von dem Ausbüchsen der Bockumer Kinder erfahren hätten. Die Erzieher seien „hochgradig sensibilisiert.“

Die Geschichte war aber nach WZ-Informationen erst nach Rückfrage einiger besorgter Eltern, die über Umwege von dem Ereignis erfahren hatten, in Bockum offen und breit diskutiert worden. Dem widersprechen die Erzieherinnen: „Die Eltern sind über einen Infobrief in der betroffenen Spielgruppe informiert worden“, erklären sie.

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